Alternativen

Die geplante Bebauung am Hofgut ist nicht alternativlos. Dafür ist allerdings konzeptioneller Planungswille und städteplanerische Weitsicht erforderlich.

Der bei dieser Maßnahme nun zu Tage tretende Aktionismus seitens der Verwaltung ist dem jahrelang vernachlässigten sozialen Wohnungsbau auf der einen und den stark angestiegenen Flüchtlingszahlen im Herbst/Winter 2015 auf der anderen Seite geschuldet. Diese Zahlen sind allerdings mittlerweile stark zurückgegangen, sodass etliche von der Stadt angemietete Wohnungen für Asylbegehrende zur Zeit leer stehen.

Auch hier zeigt sich wieder die nicht vorhandene vorausschauende Planung der Stadt, schließlich wurde von der Bundesregierung aufgrund der sich abzeichnenden ansteigenden Flüchtlingszahlen und dem Mangel an bezahlbarem Wohnraum schon im November 2014 ein Bauerleichterungsgesetz (§246 BauGB) verabschiedet – genug Zeit also, um mittels einer geordneten städtebaulichen Entwicklung weitere Wohnbauflächen zu erschließen.

Mögliche Alternativen:

  • Innenentwicklung durch Nachverdichtung innerhalb Mariahofs durch kleine, verteilte Einheiten. Das würde den Forderungen des B-Plans BMa1 von 2011 entsprechen, wo von einer moderaten, behutsamen Nachverdichtung gesprochen wird.
  • Verschiebung der Planungen bis zur Beschlussfassung des FNP 2030, damit dann unter Berücksichtigung aller sich dadurch ergebenden Rahmenbedingungen ein Gesamtkonzept erstellt werden kann.
  • Verlagerung der geplanten Bebauung westlich des Hofguts auf die derzeit als Blumenfeld genutzte Fläche, da dort ohnehin bei der Entwicklung des Neubaugebietes „Brubacherhof“ Flächen zur Nahversorgung und Wohnbebauung vorgesehen sind.

Unter Berücksichtigung dieser Alternativen könnte dann die Fläche am Hofgut zu einem attraktiven Ausgangspunkt für das angrenzende FFH-Gebiet „Mattheiser Wald“ und den Panoramarundweg mit der entsprechenden Infrastruktur umgestaltet und gleichzeitig die Entwicklung eines neuen Ortsmittelpunktes für die drei Siedlungsteile Mariahofs (Gartenstadt, Trebetastraße, Brubacherhof) vorangetrieben werden.
Dies entspräche sowohl den Forderungen aus dem Stadtteilrahmenplan, als auch dem Landschaftsplan zum FNP 2030.