Flächennutzungsplan 2030

Im Zusammenhang mit der geplanten Bebauung am Hofgut sind folgende Aspekte aus dem neuen FNP 2030 relevant:

  • Nach Jahren der Beratung, Aktualisierung und Nachbesserung steht der FNP 2030 nun kurz vor dem Abschluss.
  • Die Alternative zwischen Neubaugebiet „Brubacherhof“ und „Unterm Langenberg“ im Bereich Zewen und Euren wird geprüft und abgewogen; Stand Juli 2016: Stadtverwaltung favorisiert „Brubacherhof“.
  • Die Fläche östlich des Hofguts (Parkplatz) war im Vorentwurf des FNP noch als Grünfläche dargestellt, was  der Forderung aus dem Landschaftsplan zum Flächennutzungsplan entspricht. Erst im fortgeschriebenen Entwurf wurde sie im Oktober 2015 plötzlich als Wohnbaufläche dargestellt, dies geschah offensichtlich im Zusammenhang mit den konkreten, internen Überlegungen der Stadtverwaltung,  auf dieser Fläche kurzfristig Wohnraum in erster Linie für Flüchtlinge und Asylbegehrende zu schaffen. Mittlerweile geht es generell um die Schaffung von Sozialwohnungen, die die Stadt über Jahrzehnte vernachlässigt hat. Eine Bebauung stand somit vor diesem Zeitpunkt nie zur Diskussion.

Konsequenzen für Mariahof: 

  1. Die einzige Erschließung für das 30 ha große Neubaugebiet mit ca. 3000 Einwohnern und 5000 Fahrten/Tag führt alternativlos über die Fläche östlich des Hofguts (heutiger Parkplatz).
  2. Die derzeit als Blumenschnittfeld bekannte Fläche nordwestlich des Hofguts ist als Fläche für Nahversorgung und Wohnbebauung vorgesehen, d.h. sie wird ebenfalls bebaut.
  3. Im Bereich vor dem Hofgut muss die Straßenführung den veränderten Ansprüchen aus dem doppelten Verkehrsaufkommen als bisher angepasst werden und entsprechende Verkehrsanbindungen müssen neu geschaffen werden.
  4. Das bedeutet für das Hofgut, dass es dann auch von der einzig freien Seite (Vorderseite) bauliche Beeinträchtigungen erfährt.
  • östlich: Bau der Wohngebäude und der Zufahrtsstraße Brubacherhof
  • süd-östlich: Bebauung der Brubacher Flur für ca. 4000 Einwohner
  • nördlich: Bau eines Verkehrsverteilers (Kreisverkehr?) zum Anschluss der Zufahrtsstraßen nach Brubacherhof, Trebetastraße und zum Nahversorgungszentrum an der Oswald-von-Nell-Breuning-Allee
  • süd-westlich: Siedlung Trebetastraße mit bis zu 8 Geschossen
  • nord-westlich: Bau eines Nahversorgungszentrums und Wohnbebauung

Die Stadt sagt:

  • grundsätzlich ist noch keine Entscheidung für oder gegen das Neubaugebiet „Brubacherhof“ gefallen
  • die Belange des Denkmalschutzes des Hofguts aus den Folgen des FNP können erst dann konkret berücksichtigt werden, wenn die Planungsabsichten feststehen
  • ein 30m breiter Korridor direkt neben dem Hofgut wird zur Trassenführung  freigehalten; das ist sowohl für die Erschließung „Brubacherhof“ als auch als Abstandsfläche zum Hofgut ausreichend
  • weitere Aussagen zur Verkehrsführung werden nicht gemacht, da noch keine endgültige Entscheidung gefallen ist
  • die mögliche Bebauung des Blumenfeldes kann bei der Beurteilung des Erscheinungsbildes des Hofguts derzeit nicht berücksichtigt werden, da die Entscheidung noch aussteht. Aus dem gleichen Grund kann sie nicht als Alternativfläche für die geplanten Wohnblocks östlich des Hofguts herangezogen werden.

Wir sagen:

  • grundsätzlich kann eine Überplanung der Fläche östlich des Hofguts nur unter Berücksichtigung der Planungen des FNP erfolgen, auch wenn heute noch keine endgültige Entscheidung getroffen ist
  • die Stadt sollte vorausschauend planen, d.h. auch jetzt schon die Belange des Denkmalschutzes umfassend berücksichtigen und nicht kurzsichtig Fakten schaffen, die wieder neue Zwänge und Probleme bringen
  • 30m Breite sind zu wenig, um dem Denkmalschutz des Hofguts und dessen Erscheinung gerecht zu werden. Die Verkehrsfläche selbst nimmt lt. Stadt mindestens 20m in Anspruch, es bleiben somit max. 10m Abstandsfläche links und rechts der Straße
  • eine Planung zur Verkehrsführung und Anbindung dieser Erschließungsstraße an das vorhandene Straßennetz auch unter Berücksichtigung der künftigen Nahversorgungsfläche liegt bisher nicht vor
  • selbst wenn das Neubaugebiet „Brubacherhof“ nicht kommt, sollte für die Fläche am Hofgut zumindest ein Bebauungsplan aufgestellt werden (Stichpunkt: geordnete städtebauliche Entwicklung!)
  • die Fläche am Hofgut ist für die vielfältigen Funktionen, die sie dann zu erfüllen hat,  nicht ausreichend (Wohnbebauung für ca. 120 Menschen, Erschließung Brubacherhof, Ausgangspunkt FFH-Gebiet, Parkplatzfläche, adäquates Umfeld zur Hervorhebung des Kulturdenkmals Hofgut Mariahof als besondere landwirtschaftliche Wirtschaftseinheit mit Alleinstellungsmerkmal)
Fazit: Wir schlagen deshalb vor, den Beschluss des FNP 2030 unbedingt abzuwarten und dann entsprechend der daraus resultierenden Planvorgaben eine geordnete städtebauliche Entwicklung voranzutreiben. Nur so ist gewährleistet, dass alle zur Diskussion stehenden Belange wenigstens annähernd berücksichtigt werden können.

 

Quelle Titelbild: Entwurf FNP 2030, Stadt Trier